Die Welt hat das große Glück, mich so ertragen zu dürfen, wie sie mich geformt hat!

Wie kann man einer Gesellschaft entfliehen, die sich selbst als Geisel hält?

Bitte entschuldigt,

aber ich bekomme mein sowieso schon wundervoll katastrophales Leben bzw. den Alltag nach den Vorkommnissen, erst in Lübtheen und aktuell mit dem Ordnungsamt in Tangerhütte, überhaupt nicht mehr in den Griff. Ich habe auch die ständigen Entwertungen und die damit oft auch einhergehenden Ent­rechtungen und tiefen Verletzungen (und das auch seit Anbeginn meines bewussten Lebens) satt. Ich ertrage die ständigen Wiederholung der krank­haften gesellschaftlichen Grundmuster, und dies auf allen sozialen Ebenen bzw. in allen gesellschaftlichen Bereichen sowie dessen tief verankertes Schuldum­kehr- und Schuldüberfrachtungsprinzip, nicht mehr. Und dies auch, weil so gut wie niemand seine persönliche Eigenbeteiligung sehen will. Ich habe keine Kraft mehr weiter zu machen und einfach in unserem zutiefst psychisch gestörten Gesellschaftssystem (natürlich auch als immens Selbstbetroffener) vor mich hinzuleben, ist für mich keine Option. Ein Leben in dem Freude nicht vorkommt ist kein Leben und ich bin froh, wenn die entsprechende tagtägliche Quälerei endlich vorüber ist.

Unbeschreiblich erschreckend ist für mich auch die aktuelle Erkenntnis, wie viel tiefer im ländlichen Bereich die krankhafte Flucht in die (Erwerbs-) Arbeit verankert ist und jegliche Vielfalt schon dadurch völlig abgetötet wird. Man bekommt ständig vermittelt, dass nur noch mehr und noch intensivere Arbeit frei macht und kaum einer begreift, dass genau damit erst die rechtsgerichteten Keime gelegt werden, die eigentlich keiner haben möchte.* Auch habe ich dadurch begriffen, warum so viele Menschen aus den ländlichen Regionen in die Großstädte und Ballungszentren flüchten, wo sie wiederum rücksichtslos den Lebensraum zerstören, in dem ich u.a. geboren bin und gelebt habe. Diese „Inlandsflüchtlinge“ sowie dessen Ursachen und negativen (Verdrängungs-) Auswirkungen möchte aber niemand sehen. Hier in den Kleinstädten reist man einfach die Wohnblöcke ab (wenn man nicht genügend Wohnungen an auslän­dische Wanderarbeiter vermietet bekommt) und schon ist das Problem gelöst.

*) In meinen Ohren klingt es ständig so: „Wenn wir ohne weiterhin nachzudenken einfach nur noch härter und fleißiger so weiter machen, können wir die Titanic vor dem (erneuten) Untergang noch einmal schön anstreichen.“

Ich wünsche mir, dass sich Frigga Wendt um meinen Nachlass kümmern darf, zumindest was die Fortsetzung unserer gemeinsamen Projekte betrifft (Technik, Domainen, Blogs etc.) – Danke

Tangerhütte, Juni 2019

 

PS: Ich Idiot! Hätte ich doch einfach nur an der Grundeinkommensverlosung teilgenommen, dann dürfte ich heute, wenn ich Glück gehabt hätte, zumindest ein Jahr lang als BGE-Aschenputtel gegönnt frei bestimmt leben und würde für diese heroische Leistung von den Gönnern auch noch in einem tollen Buch erwähnt werden. Aber nein. Ich maße mir ja immer wieder an einfach von mir aus frei bestimmt zu agieren und wie sträflich dies ist, hat mir nicht nur die Gesellschaft, sondern auch ein Großteil der (ebenfalls hoch gestörten**) Grundein­kommensgemeinschaft eindrucksvoll vermittelt.

**) Wo das Individuum bzw. der Andersdenkende immer nur theoretisch bzw. populistisch wertgeschätzt wird und wo alle auch weiterhin – auf Basis des Stockholm-Syndroms – die Elite um bessere Lebensbedingungen anbetteln oder gönnerhaft die neue BGE-Elite bzw. dessen Gutsverwalter werden möchten.

 

 

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