Die Welt hat das große Glück, mich so ertragen zu dürfen, wie sie mich geformt hat!

An die:

Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus Berlin

z. Hd. Herrn Andreas Baum

Niederkirchnerstraße 5

10111 Berlin

Berlin, 19. Februar 2012

Bewerbung für das Amt des Bundespräsidenten

Sehr geehrter Herr Baum,

nicht nur um meinen Jobcenter-Bewerbungsauflagen genüge zu tun, sondern auch auf Grund meiner als Vollfreizeitaktivist für das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) erworbenen gesellschaftspolitischen Kompetenz, möchte ich mich für das

Amt des Bundespräsidenten

bzw. als

Berater für den bevorstehenden gesellschaftlichen Wandel (Wendeberater)

bewerben und hoffe schnellstmöglich auf eine Einladung für ein erstes Sondierungsgespräch.

Moderne Technik und innovative Erfindungen nehmen uns in den Produktionsbereichen die Arbeit ab, wodurch immer mehr Menschen für soziale und kulturelle Arbeit freigestellt werden. Die Gesellschaft selbst ist aber auf Grund der systembedingten Sachzwänge kaum in der Lage, auf diese sehr positiven Entwicklungen einzugehen und entsprechend vorausschauend zu handeln.

Statt den Menschen zu gestatten, die über Jahrhunderte hart erarbeiteten gesellschaftlichen Errungenschaften jedem Einzelnen zu Gute kommen zu lassen, damit er sich mit seinen individuellen Fähigkeiten frei bestimmt in die Gesellschaft einbringen kann, werden immer mehr menschenverachtende Zwangssysteme installiert, um die Menschen so in immer schärfer werdende prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse zu drängen.

Hatte ich in jungen Jahren die Gelegenheit, am Zusammenbruch der sozialistischen Ideologie mitwirken zu dürfen, möchte ich meine inzwischen erworbenen gesellschaftliche Wendeerfahrung noch intensiver in den Dienst der Allgemeinheit stellen: zur Abwicklung des ebenso unmenschlichen kapitalistischen Systems. Den Arbeitsschwerpunkt der kommenden fünf Jahre meiner Präsidentschaft sehe ich daher in der Aufgabe, dazu beizutragen, einen breiten Konsens für einen gesellschaftlichen Wandel zu schaffen. Es muss möglich werden, dass alle Menschen in unserem Land ohne Existenzängste und ohne bürokratische Hürden ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Wenn auch Sie daran interessiert sind, dass wir gemeinsam Artikel 1 unseres Grundgesetzes endlich in die Praxis umsetzen, schlagen Sie mich in der Bundesversammlung als Präsidentschaftskandidaten vor, wobei ich mich als Pirat auf die intensive Unterstützung durch die Piratenpartei freue.

Mit besten Dank und freundlichen Grüßen

Michael Fielsch
Wendeberater

.

Ergebnis: Nichtbeachtung des Angebotes wegen fehlen jeglichen Humors in der so genannten Flashmop-Partei.

Kommentare zu: "Piratische Bewerbung um das Amt des Bundespräsidenten" (5)

  1. Das macht mal wieder Freude :-))
    Ich erzähle schon überall, wie frech und phantasievoll Du deine Pflicht zu „Bewerbungsbemühungen“ umsetzt. :-))
    Wenn ALLE das so täten – dann häten wir alle gute Laune und die Gesellschaft wäre gerettet !!!
    Herzlichst, Ralph

  2. Meine Stimme hast Du, Micha!
    Aber lieber sähe ich Dich im Amt des Kanzlers, denn zum Bundespräsidenten ehrenamtlich(!) hat sich ja auch schon Ralph gestellt…

    Wäre doch auch mal ne geile Idee, so wie die 1-EUR-Jobber anderswo ernsthafte Jobs vertreten, wenn dann vom Jobcenter Aushilfen für die Posten der amtierenden Minister und Abgeordneten geschickt werden, ist ja GEMEINNÜTZIG und die Arbeit (rumstreiten und Sachen aufschieben) geht denen auch nicht aus.

  3. Martin schrieb:

    Gute Aktion, Michael!
    Die Augen deiner echten Fallmanagerin würde ich gerne sehen, echt kreative Iniatitivbewerbung!

    Schade, um die Nullreaktion, aber schon zu verstehen: Hast dich 5 Tagen vor der Vorstandswahl bei der Fraktion gemeldet…besser über die Basis und LQFB, eben piratig. Zudem waren die Piraten wohl schon entschieden für ihre völlig unbeeinflussbaren Wahlmänner/frauen. Gruß Martin

    • Hi Martin,
      danke erst einmal für die Belobigung, wobei die Initiativbewerbung auf diese Art richtig Spaß machen 😉
      Ich bin über die Nullreaktion der Piraten (als ehemalige Flashmop-Partei) auch sehr enttäuscht, vor allem aber, dass ich auf meine Anfrage auf der Berliner Liste bezüglich einer schnellen LQFB-Hilfe nicht eine einzige Antwort bekam.
      Da ich bis zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, ausschließlich BGE-Öffentlichkeitsarbeit praktizieren werde, werde ich mich auch weiterhin aus den piratischen Mühlen raus halten, da es mich zu viel Zeit und Kraft kostet.

  4. Nowak Alfred schrieb:

    bin grade 20 Monate Harz4 Empfänger, würde gerne zurücktreten,
    wenn ich wusste, wo ich „Antrag auf Ehrengeld“ stellen kann!

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